Donnerstag, 17. Juli 2008

¡Adios y hasta luego!

Die Zeit ist um. Morgen fliegen wir am Nachmittag via Toronto und Frankfurt nach Zürich. Dort werden wir am Freitag um 14.50 hoffentlich schweizer Boden unter den Füssen haben.
Wir kehren mit 2 Rucksäcken voll mit Erinnerungen, Abenteuern und Mitbringsel zurück.
¡Hasta luego in Aarau!

Dienstag, 15. Juli 2008

Distrito Federal

Unser letztes Wochenende wollten wir noch einmal bei Christoph und seiner Familie verbringen. Wohl oder übel fuhren wir also geschlagene 13 Stunde durch halb Mexiko mit dem Bus von Chihuahua nach Aguscalientes. Dafür war es wie nach Hause kommen!
Gestern sind wir nun in Mexixo D.F. angekommen. Bereits während der Fahrt mit dem Taxi vom Busbahnhof zum Hotel wurde uns die Dimension dieser Stadt vor Augen geführt. Nun versuchen wir einen (kleinen) Überblick über dieses Monstrum zu erhalten. Das Herz der Stadt bildet der Zócalo. Der Platz wird umrahmt von einer Kathedrale, dem Palacio Municipal und dem Palacio Nacional, dem Sitz des Präsidenten. In den Strassen wimmelt und wuselt es nur so von Autos, Bussen und Fussgängern. Mit Trillerpfeifen und wild gestikulierend versuchen Verkehrspolizisten diese Massen in die richtigen Bahnen zu lenken.
Mexiko City ist eine Stadt voller Geschichte. Gegründet wurde sie eigentlich von den Azteken im 14. Jh. Die Spanier zerstörten später systematisch jede sichtbare Erinnerung an die alte Kultur und erbauten dort, wo die großen Tempel standen, ihre Kirchen. Die Catedral Metropolitana am Zócalo steht vollständig auf den Ruinen des ehemaligen Templo Mayors und sinkt deshalb seit seiner Entstehung auf einer Seite ab! Etwas östlich der Kirche hat man 1978 die Kolonialbauten abgerissen und ein Stück dieses aztekischen Tempelkomplexes wieder freigelegt. Das Centro Histórico steht auf der Unesco-Liste. In den angrenzenden Viertel pulsiert das Leben. Strassenmärkte, Einkaufszentren, Tacostände und Restaurants reihen sich aneinander und bilden ein farbiges Mosaik. Die ganze Metropole zählt heute über 20 mio Einwohner und ist die zweitgrösste Stadt der Welt.
Wir stürzen uns noch einmal ins Getümmel, auf der Suche nach einigen Souvenirs und Mitbringsel!

Donnerstag, 10. Juli 2008

Ferrocaril Chihuahua al Pacifico

Die Fahrt mit der Ferrocaril Chihuahua al Pacifico, kurz Chepe, gilt als eine der spektakulärsten Bahnstrecken der Welt. Von der Pazifikküste führt sie durch die Berge der Sierra Tarahumara bis nach Chihuahua. Entlang der 655km langen Eisenbahnlinie gibt es 36 Brücken und 87 Tunnels.
Wir sind in Los Mochis bei weitem nicht die einzigen, die mit dem Chepe fahren wollen. Mexikanische Familien mit Gepäck und Kühlkisten voller Essen, Cowboys in Jeans und Stiefeln oder Tarahumarafrauen in farbigen Röcken und Blusen warten auf den Zug. Wir sind froh, dass wir das Billet bereits am Abend zuvor gekauft haben und so der langen Schlange am Ticketschalter entkommen. Kurz nach 7 Uhr, 1 Stunde nach dem 1. Klasszug nimmt auch die 2. Klasse die Fahrt auf. Zu Beginn fährt er durch flaches Farmland, erst nach EL Fuerte beginnt er zu steigen, fährt an wild zerklüfteten Felsen vorbei und kriecht bis auf 2338m. Im Vorraum der Waggons sind die Fenster offen und man kann die vorbeiziehende Landschaft ohne Hindernisse geniessen. Es ist schön, sich die frische Luft übers Gesicht ziehen zu lassen. Nach 10 Stunden steigen wir in Posada Barranca aus. Hier wollen wir die Barranca del Cobre erkunden. Das Dorf besteht nur aus ein paar dutzend Häuser, einem Dorfladen und einigen Gasthäusern. Wir finden eine einfache, dafür bezahlbare Unterkunft. Am nächsten Morgen steigen wir bis zu einer kleinen Ebene in die Schlucht hinab. Wir haben einen wunderbaren Überblick über weite Teile der Barranca del Cobre und bis hinunter zum Río Urique. Sechs verschieden Flüsse haben unterschiedliche Cañons in die Landschaft geschliffen, der Tiefste fällt ganze 1879 Meter! Wir staunen.
In Divisadero kann man von der Bahnlinie aus einen Blick in die eigentliche Schlucht werfen. Hier stoppt der Zug ganze 15 Minuten. Kein Wunder wimmelt es hier nur so von Souvenirverkäufer und Esssensständen. Auf improvisierten Öfen aus Ölfässern werden Tacos, Quesadillas und gefüllte Chilis gebraten. Wir wollen uns etwas mehr Zeit nehmen und wandern am Rand der Schlucht von Posada nach Divisadero.
Nach 2 Nächten in Posada fahren wir weiter nach Creel, einer kleinen Stadt mit allen Annehmlichkeiten direkt an der Bahnlinie. Von hier aus lässt sich der Rest der Barranca del Cobre einfach erkunden. Wir fahren zum nahen Lago Arareko, zur Cascade Cusárare und durchs Valle de los Hongos y de las Ranas. Dabei treffen wir immer wieder auf die einfachsten Unterkünfte der Tarahumaras. Einige Familien leben immer noch in Höhlenwohnungen, ohne Komfort und Errungeschaften der Neuzeit.
Für die Weiterfahrt nach Chihuahua entschliessen wir uns, den Bus zu nehmen, da er etwa halb so teuer und dafür doppelt so schnell ist wie der Zug. Er bringt uns in gut 5 Stunden in die Provinzhauptstadt.

Samstag, 5. Juli 2008

Zentrale Pazifikküste

Sayulita wird im Reiseführer als kleiner Geheimtipp, malerisch gelegen in einer Bucht mit wunderbarem Sandstrand, beschrieben. Wir erhofften uns ein kleines Paradies mit Palmen, Hängematten und Strand für uns alleine. In der Tat ist Sayulita ziemlich überfüllt mit Touristen aus den Staaten. Die Unterkünfte sind teuer und oft nur für eine ganze Woche zu haben. Uns blieb nichts anderes übrig, als die einzige Hospedaje Economico im Ort zu beziehen, die uns pro Nacht doch noch ganze 400 Pesos abknöpfte. Der einzige Pluspunkt ist die Lage nahe am Strand. Wir fuhren etwas früher als geplant, weiter der Küste entlang nach Norden. San Blas war vom Ende des 16. Jhs. bis ins 19. Jh. ein wichtiger spanischer Hafen. Heute ist es ein Fischerdorf mit einem eigenen Charme, wirkt weder aufgeprotzt noch poliert und zeigt sein eigenes Gesicht. Sobald die Temperaturen etwas lebenswerter werden, strömen die Leute auf den Zocálo, sitzen, reden trinken und essen ihre Tacos. Etwas abseits des Zentrums brökeln die Fassaden der Häuser, der Abfall liegt vor der Haustüre und die Strassen sind ungeteert und staubig. Die nahe Playa El Borrego ist wild und unverbaut, riesige Wellen donnern herein.
Am Montag liessen wir uns für einen Bootsausflug zur Süsswasserquelle La Tovara überreden. In einem kleinen Fischerbott schipperten wir durch die Mangroven den Estuario San Cristobál hinauf. Wir bekamen dabei einige exotische Vögel, Wasserschildkröten und Krokodile (zwar in einer Aufzuchtstation) zu Gesicht.
Nach zwei Nächten ziehen wir weiter. Mazatlán ist eine pulsierende Stadt am Pazifik mit ganz verschiedenen Seiten. Sie glänzt mit modernen Gebäuden, riesigen Ferienanlagen und einer Uferpromenade. Das historische Zentrum zeigt kolonialen Charakter und auf der Plazuela Machado säumen sich Kaffees und Restaurants, abends sogar mit Livemusik. Wir geniessen die Stadt, spazieren an der weiten Playa Sur auf der Isla de la Piedra, geniessen den Sonnenuntergang von unserer Hotelterasse, trinken in einem einfachen Restaurant an der Playa Norte einen Margarita und staunen über all die vielen Ramschläden und Ferienressorts in allen Preisklassen in der Zona Dorada.
Aufs Wochenende hin fahren wir mit dem Bus nach Los Mochis. Der Fahrer holt ganz nach dem Motto "Yo manejo, Dios me guia" das letzte aus seinem Bus. In gut 6h sind wir 400km weiter nördlich. Los Mochis ist eine kleine mexikanische Industriestadt, die vorallem als Ausgangspunkt für die Reise in die Barranca del Cobre dient.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Wiedersehen mit Zombi und Familie

Am 21 Juni haben wir uns auf den Weg nach Aguascalientes gemacht. Damit haben wir ein wichtiges Ziel unserer Reise erreicht. Wir besuchen hier unseren guten Freund Christoph Zumbühl (Zombi) und seine mexikanischen Familie. Vor gut 4 Jahren waren wir zur Hochzeit eingeladen. Die 2 Wochen im 2004 gefielen uns so gut, dass Mexiko auf unserer jetzigen Reise ein Muss wurde.
Nach langer Fahrt empfängt uns Zombi mit typischer mexikanischer Verspätung am Busbahnhof in Aguascalientes. Wir werden herzlich von ihm, seiner Frau Silvia und von Töchterchen Sophia empfangen. Es ist ein schönes Ankommen. Für einmal müssen wir uns unsere Unterkunft nicht aussuchen.
Am Sonntag machen wir einen typisch mexikanischen Ausflug nach San Jóse de Gracia. Wir fahren mit einem Boot auf die Insel des Stausees und geniessen die Aussicht und die Ruhe. Zum Mittagessen gönnen wir uns einen Pescado und drücken den Spaniern die Daumen (zum ersten Mal an dieser EM hat es etwas gebracht).
Der 23. Juni ist ein spezieller Tag! Mein Geburtstag! Und wie es sich in Mexiko gehöhrt, bekommt das Geburtstagskind eine Piñata geschenkt. Diese ist mit Süssigkeiten gefüllt und muss mit verbundenen Augen mit einem Stock kaputtgeschlagen werden. Dabei singen die Anwesenden ein spezielles Lied. Ist das Lied beendet, darf sich der oder die Nächste versuchen und es wird wieder gesungen. Fallen die Süssigkeiten heraus, stürzen sich alle darauf. Wir werden diesen Brauch gerne auch in der Schweiz einführen.
Bevor wir noch für 2 Wochen weiterziehen, geniessen wir das moderne Stadtleben in Aguascalientes. Wir gehen in ein VIP-Kino und schauen uns Konfu-Panda an - auf Spanisch natürlich. VIP-Kino bedeutet, dass du von einem Kellner bedient wirst und in einem richtigen Sofa-Sessel den Film geniessen kannst.
Wohin uns unsere übriggebliebene Reiseenergie noch tragen wird, werden wir sehen. Am letzten Wochenende vor dem Heimflug (18. Juli) möchten wir noch einmal hier vorbeischauen und uns von unseren Freunden gebührend verabschieden.

Samstag, 21. Juni 2008

Oaxaca und Puebla

Oaxaca ist ruhig und friedlich. Noch im 2006 soll es hier bei Demonstrationen ziemlich ruppig zu und her gegangen sein. Gefordert wird immer noch der Rücktritt des Gouverneurs. Wir geniessen die Stadt. Sitzen auf dem Zócalo, der auch hier der gesellschaftliche Mittelpunkt bildet (im Sommer 2001 wurde hier, durch Bürgerproteste, die Eröffnung einer McDonalds-Filiale verhindert), flanieren durch die schönen Gassen, trinken Kaffee und besichtigen in El Tule einen 2000 jährigen Baum, der 40m Höhe und 55m Umfang hat. Die Kirche, die gleich neben ihm steht, lässt er ganz klein aussehen. Was er uns wohl alles zu erzählen hätte? Die Stadt strotzt nur so von Museen, Kirchen, Kolonialgebäuden und Galerien. Mit dem Engagement des Künstlers Francisco Toledo erlebte die Stadt in den letzten fünfzehn Jahren einen bemerkenswerten kulturellen Aufschwung.
Nach drei Tagen fahren wir weiter Richtung Norden. Ruhig und speditiv verläuft die Fahrt durch das südliche Hochland. Die Landschaft ist malerisch, Kakteen, Agaven und Sträucher, Campesinos, die mit ihren Ochsen die Felder pflügen - Mexiko aus dem Bilderbuch.
Puebla hingegen ist eine moderne Stadt und zählt beinahe 2 Mio Einwohner. Das lärmige und stinkende Durcheinander auf den Starssen erschlägt uns fast. Die Stadt liegt auf 2175 m Höhe und ist von Vulkanen und Bergen umgeben. Wir steigen auf eine kleine Anhöhe und haben eine wunderbare Sicht über die Stadt und die beiden Vulkanen Popocatépetl und Iztaccíhuatl. Das historische Zentrum zählt zu den UNESCO-Weltkulturerben. Die vielen Kolonialbauten sind oft mit bemalten Keramikkacheln verziert. In der Stadt gibt es mehr als 70 Kirchen. Doch irgendwie sind wir schon fast ein bisschen müde von so viel Kultur und Geschichte und wir ziehen es vor, in einem Kaffee sitzend dem Treiben auf den Strassen zuzusehen.

Dienstag, 17. Juni 2008

Wenn der Nacht- zum Tagbus wird

San Cristóbal de las Casas ist im Gegensatz zu den vielen kleinen Ortschaften der letzten Wochen eine Grossstadt. Banken, Restaurants, Sprachschulen, viele schöne Plätze und einige gut erhaltene Kolonialgebäude treffen wir bereits auf der Suche nach einem guten Hotel an. Ein guter Ort um zu flanieren, die Weiterreise zu planen und uns das EM-Spiel gegen die Türken zu zumuten. Nach der unnötigen Niederlage können wir das Reisen nun richtig geniessen.
Um einen Tag sparen zu können, beschliessen wir, einen Nachtbus ans Meer zu buchen. Um 19 Uhr fahren wir los. Wir geniessen die Aussicht aus dem klimatisierten Bus und als es langsam dunkel wird, klappen wir die Sitze zurück und versuchen zu schlafen. Gegen 23 Uhr stoppt die Fahrt zum ersten Mal. Der Chaffeur steigt aus und spricht mit einem Strassenpolizisten. Häppchenweise geht es vorwärts. Um 1 Uhr dann werden wir aufgeklärt: Die Grenze zum Bundesstaat Oaxaca ist blockiert. Es geht um eine politische Angelegenheit. Die Blockade wird erst um 9 Uhr geöffnet. So verbringen wir die Nacht bei einer Tankstelle. Um 16 Uhr, mit 9 stündiger Verspätung, kommen wir schliesslich in Pochutla an.
Immerhin haben wir betreffend Unterkunft einen Tipp, dank Seraina und Frank, welche wir auf den Corn Islands getroffen haben. Mit einem Taxi fahren wir gemeinsam mit zwei anderen Schweizerinnen zum Castillo Oasis in Zipolite.
Die 3 Tage am Strand sind wunderbar. Wir lesen, spazieren, trinken das eine oder andere Bier und geniessen am Abend ein feines Essen, meist mit Aussicht auf den Strand. In unserem "Turmzimmer" besucht uns auch regelmässig das Hausstier - ein ausgewachsener Leguan.
Trotz den vielen Warnungen im Internet fahren wir mit einem öffentlichen Bus nach Oaxaca weiter. Zur 7 stündige Fahrt ein Zitat aus unserem Reisefürer: "Praktischerweise legen die Fahrer unterwegs auch mal ein Päuschen ein (damit Reisende austreten, fotografieren oder sich übergeben können)." Ich habe die Kurve nicht gezählt. Es waren sicher hunderte.
Nach gut überstandener Fahrt nehmen wir uns nun in Oaxaca Zeit, um die spezielle Atmosphäre in dieser vom Staat vernachlässigte Gegend zu geniessen.

Dienstag, 10. Juni 2008

¡Querido Mexico!

Von Flores planten wir direkt nach Palenque in Mexiko zu reisen. Eine Reiseagentur bot das ganze Paket inklusive Lanchafahrt in einem Minibus an. Rund 1h gings flott auf geteerter Strasse, nach Las Cruces war der Asphalt fertig und die Strasse hatte zu dem unter den starken Regenfällen arg gelitten. In Bethel sind wir offiziell aus Guatemala ausgereist, erhielten endlich den wohl schönsten Stempel in unseren Pass, fuhren darauf in einer etwas wackeligen Lancha auf dem Rio Usumacita mit Sack und Pack rund eine 1/2h flussabwärts um dann in Frontera Corozal in Mexiko einzureisen. ¡Bienvenidos a Mexico! Bis Palenque waren es noch gut 3h ruhige Fahrt durch eine üppig grün bewachsene und feuchte Gegend.
Palenque ist eine kleine Stadt im Bundesstaat Chiapas und hat eigentlich nicht viel zu bieten, sie ist Ausgangspunkt für den Besuch der nahen Ruinen. Trotzdem haben wir uns schnell wohlgefühlt und genossen es, auf dem Zócalo zu sitzen und dem Leben zuzuschauen. Wir sind in Mexiko angekommen! Seit unserem Start in Costa Rica sind exakt 9 Wochen vergangen.
Die alte Mayastadt liegt auf den ersten Hügel, die sich aus der Ebene der Golfküste erheben und ist von dichtem Regenwald umgeben. Nur etwa 5% der Bauten wurden bisher freigelegt und im Wald rund um die Tempel sind noch tausende von zerfallenen Gebäuden, die vom Dschungel überwachsen sind. Durch das Gebiet fliessen zahlreiche kleine Bäche. Die Umgebung bietet eine wirklich sagenhafte Kulisse für die Mayaarchitektur!
Auf dem Weg nach San Cristóbal de las Casas besichtigten wir die Waserfälle Mishol-Ha und Augua Azul. Der Mishol-Ha fällt mitten im Urwald 35 Meter in die Tiefe und der Agua Azul donnert über mehrere Steinstufen. Die Regenfälle der letzten Tagen liessen den Mishol-Ha wegen der grösseren Wassermenge noch mächtiger und imposanter erscheinen, dafür war das Agua Azul halt eben mehr Agua Chocolate und der Ort büsste dadurch wohl einiges an Schönheit ein.

Samstag, 7. Juni 2008

Auf den Spuren der Mayas

Wenn man in Guatemala umherreist, darf man etwas nicht verpassen! Das sagten auf jeden Fall alle, die wir auf unserer Reise getroffen haben. Darum buchten wir eine "Sunrisetour" nach Tikal.
Um Viertel vor Drei (02:45!) sind wir aufgestanden. Wie immer bei den Shuttlebusen dauerte es eine Weile, bis wir losfuhren. Es war dann auch schon hell, als wir nach einem Spurt durch den Jungel auf dem höchsten Tempel standen. Dieser ist 72 Meter hoch und bietet eine wunderbare Aussicht über die Tikalanlage mitten im Urwald.
Unsere Gruppe bestand aus 26 Touristen, welche sich auf 3 Führer verteilten. Wir gesellten uns zur spanischsprechenden Gruppe und konnten so den Rundgang zu 5 in aller Ruhe geniessen.
Tikal erstreckt sich über ein Gebiet von rund 64 Quadratkilometern, wovon der zentrale Bereich rund 16 Quadratkilometer einnimmt, welcher über dreitausend Bauten beheimatet. Viele Bauten, insbesondere in den Außenbereichen, sind noch nicht ausgegraben und erforscht worden. Man schätzt, dass die Einwohnerzahl der Stadt auf dem Höhepunkt der Macht (500 n.Chr.) gut 50'000 Menschen betrug. Über den Untergang dieses gigantischen Reiches wird heute noch gerätselt. Vielleicht war es den Mayas doch- wie uns- irgend wann zu heiss und zu feucht.
Morgen folgt nun der letzte Grenzübertritt. Unser Ziel ist Palenque, eine andere grosse Mayastadt im Süden Mexicos.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Kaffee, Naturparadies und Sturm Arthur

Noch in Cobán hatten wir die Möglichkeit eine Kaffeefinca zu besuchen. Max haben wir bei Markus und Vera getroffen, er lud uns spontan ein, seinen Betrieb zu besichtigen. Während eines Tages erhielten wir einen wunderbaren Einblick in die Arbeit auf der 300ha grossen Farm. Auf gut 200ha wird Kaffee angebaut und in Handarbeit gepflegt, gehegt und geernetet. Die Kaffebohnen werden noch vor Ort sortiert, gewaschen und getrocknet und danach in Saecken an die Roestereien geliefert. Obwohl die Ernte vorbei war, konnten wir uns sehr gut vorstellen, welche Knochenarbeit das Ablesen und die Verarbeitung der Bohnen bedeutet. Da der Kaffeepreis sehr tief ist, lohnt sich er Anbau kaum mehr und die kleineren Fincas verschulden sich oft. Max stellt deshalb nebenbei auf Holzwirtschaft um, pflanzt zwischen die Kaffeesträucher Nutzholz und laesst wenig ertragbringende Flächen verwalden. Kauft fairen und ökologischen Kaffee!

Bereits zu Hause haben wir eine Auszeit vom Rucksackleben geplant. Mit dem Ziel etwas Hand anzulegen, irgendwo mitzuhelfen und so wieder etwas Ruhe zu finden, sind wir nach Chelemhá gefahren, ein privates Naturreservat in den Nebelwälder des Alta Verapaz. Markus und Armin haben vor 10 Jahren dieses Stück Urwald gekauft, pflegen und hegen es und haben in jahrerlanger Arbeit eine wunderschöne Lodge für Vogel- und Naturliebhaber gebaut. Die Anfahrt ist etwas schwierig, führt über Stock und Stein, dafür wird man mit einer herrlichen Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt belohnt. Wir waren beeindruckt von den einfachen Lebensbedingungen der einheimischen Indianer. Die Familien leben in einfachen Hütten, die Wände aus Brettern, das Dach aus Gras. Strom und Telefon gibt es nicht, einzig Wasser gibt es in Hülle und Fülle. Wir dagegen hausten luxuriös in der Lodge, wärmten uns am Feuer, freuten uns über die vielen Kolibris und genossen die Momente im Kerzenlicht. Tagsüber bepflanzten wir Baumstrünke mit wilden Orchideen und Bromelien, setzten rund um die Lodge nektarreiche Blumen. Verpflegt wurden wir reichlich mit guatemalischer Kost bei Armin zu Hause, sassen dabei alle zusammen rund um den Ofen in seiner kleinen Küche. Armin wohnt mit seiner indigenen Frau Elvira und Tochter Alicia in einem traditionellen Haus unweit der Lodge.
Es blieb genügend Zeit für Streifzüge durch den Nebelwald. Dabei staunten wir über die Vielfältigkeit der Natur. Auf einem unserem Spaziergänge sahen wir sogar einen Quetzal aus nächster Nähe. Der Vogel lebt in den abgelegenen Nebelwäldern Guatemalas und gilt als Symbol des Landes. Als Symbol ist er überall anzutreffen, auf Geldscheinen, Münzen, Firmenschildern und auf dem Wappen Guatemalas. Gegen Ende unseres Aufenthaltes kämpften wir nicht nur gegen Krankheit und Insektenstiche, sondern auch gegen Regen, Wind und Sturm. Der Tropensturm Arthur brachte in ganz Guatemala viel Niederschlag und Überschwemmungen mit sich.
Nach 11 Nächten in dieser Idylle zieht es uns wieder weiter. Da auf der Polochicroute eine Brücke weggeschwemmt wurde, kehren wir nach Cobán zurück und organisieren für den nächsten Tag unsere Weiterreise nach Flores.


Dienstag, 20. Mai 2008

Auf dem Dach Mittelamerikas

Die Tage in Xela standen ganz im Zeichen der Besteigung des höchsten Berges von Mittelamerika. Nach den super Erfahrungen in Leon wählten wir wieder Quetzaltrecker als Organisation aus. Doch diesmal lief leider nicht alles so gut wie vor 2 Wochen.
Um 4:45 ist Treffpunkt. 22 (!) Touristen und 4 Führer werden mit einem Pickup an den Busbahnhof gefahren. Mit einem Chickenbus fahren wir ca 2 Stunden. Wie immer füllt sich dieser soweit, bis sich am Schluss 3 Personen auf einem 2-er Sitz befinden und im Gang jeder Zentimeter ausgenutzt ist. Später beginnt auf 3000 m die Besteigung. Als erfahrene Wanderer gehen wir ein gemütliches Tempo an und befinden uns sogleich abgeschlagen am Schluss des Feldes. Doch nach und nach holen wir einige schnaufende Touris ein, welche später über Kopfschmerzen klagen. Ginge mir auch so, wenn ich mich auf dieser Höhe am Limit bewegen würde. Nach einem Teller Pasta übernachten wir auf 4000 m. Am Morgen um 3:15 werden wir geweckt, so dass wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel stehen. Es ist arschkalt (sorry für den Ausdruck), doch die Farben am Himmel sind wunderbar. Das Erlebnis wäre noch schöner, wenn man alleine und nicht mit so vielen Amis ("Oh my God!") die Minuten geniessen könnte. Nicht ganz zufrieden mit der Organisation und sehr müde kehren wir am Abend nach Xela zurück.
Am Montag wartet um 7:30 schon der Shuttlebus Richtung Cobán. Nach 9 spannenden Stunden durch das Hochland treffen wir in Coban ein. Von hier aus möchten wir für 2 Wochen im Nebelwald einen Arbeitseinsatz leisten. Wenn man also länger nichts mehr von uns hören sollte, keine Sorge: Wir kommen wieder, keine Frage!

Donnerstag, 15. Mai 2008

Lago de Atitlan

In Antigua haben wir bereits unseren 3 Vulkan auf unserer Reise bestiegen. Mit einem klapprigen Shuttlebus sind wir an den den Fuss des Pacayas gefahren. Kaum ausgestiegen umringen uns Kinder mit Wanderstöcken, welche sie uns für knapp 1 Fr. verkaufen möchten. Als wir uns in unserer Reisegruppe umschauen, können wir mit gutem Gewissen auf eine Gehhilfe verzichten. Wir sehen eindrückliche Bilder und können Lava aus nächster Nähe betrachten und ihre Hitze spühren. Über die grossen abgekühlten Lavafelder zeigt sich dann, wer Gebirgserfahrung besitzt. Einige Personen kommen psychisch und physisch an die Grenzen.
Unser nächstes Ziel ist dann Panajachel (kurz Pana). Wir entscheiden uns für einen Shuttlebus, der uns direkt dorthin bringt. Allerdings müssen wir feststellen, dass es auf der hintersten Bank rüttelt und schüttelt. Pana liegt am Atitlansee, einem der schönsten der Welt. Die Gegend ist malerisch und die Leute in den Dörfern tragen mit Stolz ihre Trachten. Wir finden in Santa Cruz ein ruhiges und ökologisches Hotel, das von einem östereichischen Paar geführt wird. Während dem gemeinsamen Nachtessen am ersten Abend erfahren wir, dass eine junge Reisende auf einer Wanderung um den See überfallen wurde. Nach ein paar mal leer Schlucken und zusätzlichen Infos von Seite der Hotelbetreiber machen wir trotzdem an jedem Tag einen kleinen Spaziergang. Viele spannende Begegnungen und schöne Bilder sind der Dank für unseren Mut.
Unser nächstes Ziel nehmen wir dann wieder mit ÖV in Angriff. Die Idee war: mit dem Schiff nach Pana und ein direkter Bus nach Quetzaltenango (Xela). Und die Wirklichkeit? Die Schiffsreise um 9 Uhr ist noch kein Problem. Viel günstiger als bei der Hinreise kommen wir direkt nach Pana. Dort hören wir das erste Mal, dass der direkte Bus erst um 1 Uhr fahren wird. Wir glauben unseren eigenen Infos und fahren mit einem Dreiradtaxi an die Busstation. Es warten da doch auch noch andere Touristen. Nach einer Stunde fragt sich Brigitte durch. Wir sollen einen Bus an die Panaamericana nehmen und dort umsteigen. Nach 3 maligem Umsteigen und 3 Stunden später als geplant, kommen wir doch noch in Xela an. Das Busfahren ist immer wieder ein Abenteuer.

Freitag, 9. Mai 2008

¡Que les vaya bien!

Die Bus- und Taxifahrer riefen just an jenem Tag, wo wir weiterreisen wollten einen nationalen Streik, mit dem Ziel, dass die Regierung die Benzinpreise senkt, aus. Da der erste Tag trotz Verhandlungen am runden Tisch keine Ergebnisse brachte, dauerte der Streik an. Kein öffentlicher Bus, kein Taxi fuhr. Dafür hatten die Pferdekutschen und Velotaxis Hochkonjunktur! Wir buchten unsere Weiterfahrt in einem privaten, örtlichen Busunternehmen, das die Leute in den üblichen alten, amerikanischen Schulbussen nach San Salvador und weiter bis nach Guatemala City transportiert.
Der Bus hätte auf dem Weg von León nach Chinandega mehrere Strassensperren passieren müssen. Ein Ding der Unmöglichkeit! Der gut gefüllte Chickenbus nahm kurzerhand, die "Umleitung" über die Felder. Innerhalb Minuten war alles in Staub gehüllt und wir mit einer dicken Schicht überzogen. Dazu mischte sich der Schweiss und die am Morgen aufgetragene Sonnencreme. Das ganze entwickelte sich zu einer braunen, klebrigen Masse... wäääki. Mit Hilfe von Kindern und Bauern, die mit ihren Fahrrädern oder Pferden im Niemandsland unterwegs waren, fand der Bus schlussendlich wieder zurück auf die Strasse. Bis nach Chinandega passierten wir unter lauten Buhrufen der Streikenden noch ein paar weitere Sperren. Nachher wurde es ruhiger und der Bus konnte endlich zufahren. Um halb 4 passierten wir die Grenze zu Honduras, mehr als 2h später als geplant. Honduras liessen wir links liegen. Die Durchfahrt dauerte etwas mehr als 2h. 2mal wurden wir von der Polizei kontrolliert. Der Bus wurde angehalten, das Gepäck abgeladen, mehr schlecht als recht kontrolliert. Die Passagiere reihten sich automatisch in 2 Reihen ein, die Frauen links, die Männer rechts. Ein kurzer Blick auf jeden Pass und weiter gings. Es war bereits Mitten in der Nacht als wir in San Salvador irgendwo auf der Interamericana abgeladen wurden. Der Fahrer verhalf uns dann doch freundlicherweise noch zu einem Taxi. Eigentlich wollten wir doch nicht mehr in der Nacht reisen!
San Salvador ist eine riesige Metropole, alles in allem mit rund 2 Millionen Einwohner. Im Stadtzentrum reihen sich auf dem Trottoir unglaublich viele Stände aneinander.
Die Arbeitslosenrate ist hoch und die Menschen versuchen sich über Wasser zu halten, in dem sie irgendetwas verkaufen. Die Waren werden lauthals angeboten, aus Lautsprechern tönt Musik. Es ist ein unglaublich lebendiges, aber auch farbiges Durcheinander. Dazwischen findet man ganz schöne, alte Kolonialhäuser, die die Narben der Zeit tragen.
Obwohl El Salvador einiges zu bieten hat, fahren wir am nächsten Tag weiter nach Guatemala. Diesmal gönnen wir uns einen klimatisierten Bus und die Reise ist gemütlich und ruhig. Wir ziehen am gleichen Tag weiter nach Antigua unweit von Guatemala City. Die Stadt war einst die Hauptstadt der spanischen Kolonien in Zentralamerika, heute ist sie eine der touristischen Hauptattraktion des Landes und verfügt somit über zahlreiche Hotels, Restaurants und Geschäfte. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit, wollen wissen woher wir kommen und wohin wir gehen, wünschen uns zum Abschluss buen viaje. Wir sind wieder amigos von allen. Wir geniessen es.

Montag, 5. Mai 2008

Ein schlafendes Ungetuem

Bei einem unserer Streifzüge durch León stiessen wir auf das Büro der Quetzaltrekkers. Die Organisation bietet verschiedene Touren auf die umliegenden Vulkane an. Der volle Erlös kommt einem Hilfsprojekt für Strassenkinder zu gute. Ihr Slogan dem zu Folge, hike volcanoes, help streetkids! Also reisen und helfen! Nichts wie los! und da wir sowieso auf Grund der Hitze in den Hängematten nahe am Verfaulen waren, meldeten wir uns fuer einen 2 Tages Hike auf den in der Nähe liegenden und 2000 letzmals ausgebrochenen Vulkan Telica.
Bereits nach wenigen Metern führt der Weg an blubbernden Schlammlöcher und Dampffontaenen vorbei. Ein erster kleiner Vorgeschmack. Wir wandern über trockene, abgeerntete Bohnenfelder, wirbeln Staub auf und sind in Kuerze so schmutzig, wie Schweine die sich darin gewälzt haben. Später führt der Weg hinauf in bewaldete Hänge. Wir rasten im Schatten grosser Bäume. Auf einer Anhöhe haben wir einen ersten Blick auf den rauchenden Hauptkrater. Wir steigen in den erloschenen Nebenkrater und stellen unsere Zelte an einem lauschigen Plätzchen unweit des Kraters auf. Ohne Gepäck lässt es sich ganz gut wandern, bis zum Kraterrand ist es nicht mehr weit. Auf halbem Weg werden wir von der Schwefelwolke eingehüllt. Das Atmen fällt schwer. Der Krater hat einen Durchmesser von ungefähr 150m und ist mehr als hundert Meter tief, der Blick ist atmeberaubend und eindrücklich. Man hört in der Tiefe das Lava blubbern.
Nach einem richtig guten Lagerfeueressen und Unmengen Marsmallows, die wir über dem Feuer rösten, steigen wir bei Dunkelheit noch einmal hoch. Wir sehen in der Tiefe das Lava glühen. Uns packt die Ehrfurcht vor dem schlafendem Ungetüm. Ein Rumpeln aus dem Innern des Berges lässt uns hochschrecken und wir springen zurück.
Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf. Der Weg zurück ist trotz schnell aufkommender Hitze leichter. Die Rucksäcke sind nicht mehr so schwer und der Weg führt bergab. In San Jacinto essen wir in einem Comedor zu Mittag und warten an der Strasse auf den Bus. Eigentlich ist das Gefährt schon ziemlich voll, doch irgendwie haben wir und alle Wartenden Platz. Der Bus bringt uns zurück nach León.
Im Hostel spülen wir uns den Dreck vom Leibe und hängen uns an den Pool. Wie gut tut die Abkühlung und wir schwelgen noch etwas in unseren Erlebnissen.

Freitag, 2. Mai 2008

¡La vida es una ola!

Nach 8 Tagen Inselparadies flogen wir zurück nach Managua, zurück in den Lärm und in die Hektik einer Grossstadt. Am Abend trafen wir uns noch einmal mit Andi, tauschen aus, essen zusammen Carne Asado und gehen auf ein Bier. Im Taxi zurück ins Hotel werden wir überfallen und ausgeraubt. Der Taxichauffeur lädt zusätzlich 2 Fahrgäste auf, die nach einer Weile das Messer zücken, Geld, Karten und Telefon fordern. Wir geben was wir haben. Sie fragen nach dem PIN von Retos Karte, dirigieren das Taxi an den Bancomat und heben Geld ab. Nach einer Irrfahrt lassen sie uns in einem dunklen Quartier springen. An der nächsten grösseren Strasse fangen uns 2 Männer auf. Der eine ist Feuerwehrmann und bringt uns mit seinem Dienstauto zurück in unser Hotel. Erst jetzt merken wir, wie aufgewühlt wir sind. Der Schrecken sitzt uns in den Knochen.
Am nächsten Morgen erstatteten wir Anzeige bei der Polizei. Es wurde einen Wartemarathon. Eigentlich bräuchten wir ja nur eine Kopie der Anzeige für unsere Versicherung zu Hause.
Noch am Nachmittag kehrten wir der Stadt den Rücken und fuhren mit einem Minibus Richtung León. Nur weg von hier! Der Fahrer raste über die Landstrasse, vorbei an steppenähnlichen, ausgetrockneten Feldern. In León liessen wir uns von einem Taxi die 20km nach Las Peñitas chauffieren. Das Hostel liegt direkt am Strand und wir hatten einen herrlichen Ausblick auf die riesigen Wellen. Der Strand war weitläufig und fast menschenleer. Wir sammelten uns wieder und beschlossen, unsere Pläne nicht zu ändern und wie geplant weiterzureisen.
Nach 2 Tagen am Pazifik fuhren wir zurück nach León. Die Stadt steht traditionell für das liberale Element des Landes und war ein Zentrum der Revolutionskämpfe 1978/79 und Wohnsitz des berühmten Dichters Rubén Darío. Die um 1860 nach über 100-jähriger Bauzeit fertiggestellte Kathedrale León Basilica de la Asunción gilt als die größte und älteste Mittelamerikas. Weitere Sehenswürdigkeiten sind zahlreiche historische Bauten aus der Kolonialzeit. Wir bekommen wieder Lust am Reisen! Auch dank dem feinen Hostel, das uns von Frank und Seraina empfohlen wurde! Herzlichen Dank für den Tipp.

Montag, 28. April 2008

Un paraíso pequeño

Die kleine, schon etwas aeltere Propellermaschine knatterte und schuettelte heftig, brachte uns aber trotz meinen anfaenglichen Bedenken sicher und bequem in etwas mehr als 1 Stunde von Managua nach Corn Island. Auf Big Corn Island leben etwas mehr als 5000 Menschen, vorallem von dem was ihnen das Meer gibt. Es hat einige Hotels und Restaurants, grosse touristische Einrichtungen fehlen (noch?).
In den ersten zwei Tagen machte Reto seinen Padikurs und ich ein kurzes Refreshing. Die Unterwasserwelt ist fantastisch und unglaublich vielfaeltig. Wir durften ueber die kurligsten und farbigsten Wesen und Pflanzen staunen. Die Riffe liegen praktisch vor der Haustuere und man braucht keine 5 Minuten mit dem Boot zu fahren. Und was gibt es schoeneres als zwischen zwei Tauchgaengen eine Kokosnuss zu schluerfen?
Mitte Woche flitzten wir mit einer Panga, ein einfaches aber schnelles Boot, nach Little Corn Island. Wir mieteten uns ein kleines, einfaches Huetchen direkt am Strand, mit etwas Hals verrenken und strecken sogar mit Blick auf Meer. Wir durchstreiften die Insel, trafen auf weisse Straende, tuerkisblaue Badebuchten, unzaehlige Kokospalmen (wie oeffnet man nur die Cocosnuss?) und auf romantische Sonnenuntergaenge. Dazwischen konnten wir immer wieder bestens die Seele in der Haengematte baumeln lassen.

Montag, 21. April 2008

la viaje continua

Die Fahrt über die Grenze nach Nicaragua war spannend, wie wir es angenommen haben. Anstehen, warten, sich die Geldwechsler vom Leib halten und am Schluss mit einem "bienvenidos a Nicaragua" in den Bus einsteigen, ohne dass wir unseren Rucksack auspacken mussten.
Bei der Ankunft in Managua wurden wir dann fast zum ersten Mal so richtig übers Ohr gehauen. Wir hatten uns vorgängig das Hotel Los Felipe ausgesucht. Ein paar Jungs "führten" uns dahin. Dank gutem Orientierungssinn und gesundem Menschenverstand kehrten wir vor dem "Hotel" um und fanden das Los Felipe selbständig.
Managua ist eine Millionenstadt, die aber eigentlich eher einem Bündnis von vielen Dörfern gleicht. Auch hier findet man fast keine hochen Gebäude. Gleich am ersten Abend verabredeten wir uns mit Andi Bannwart, der hier seinen Zivildienst abarbeitet. Er übernahm auch gleich die Reiseleitung übers Wochenende.
Am Samstag besuchten wir den grossen Markt. Die erschreckenende Fleischstände mit einigen noch lebenden Tieren liessen wir schnell hinter uns. Bei den Früchten gefiel es uns schon besser. Wir kauften 2 Bananen (Stück 5 Rp.) eine Ananas (25 Rp.) und andere feine Sachen und verspeissten diese genüsslich.
Der Sonntagsausflug ging nach Granada. Die Stadt straht mit ihren farbigen, gut erhaltenenen Kolonianbauten. Im Gegensatz zu Managua ist es hier richtig ruhig und gemütlich. Doch wir hier üblich kehrten wir noch bei Tageslicht in die Hauptstadt zurück.
Mit einem feinen italienischen Essen, natürlich mit einer Flasche Rotwein, verabschiedeten wir uns von Andi für eine Woche. Wir werden heute mit einem Inlandflug auf die Cornisland weiterreisen und dort Tauchen und das Strandleben geniessen.

Freitag, 18. April 2008

Adios Costa Rica

Nun ist es also soweit. Morgen werden wir mit einen Ticabus die Grenze zu Nicaragua überfahren. Es wird wieder spannende und anstrengende Stunden dauern, bis wir in Managua eintreffen.
Die Busfahrten in den letzten Wochen haben uns immer wieder zum Schmunzeln, aber auch zum Kopfschütteln gebracht. Die Preise sind unglaublich freundlich (1 h = 1 Fr.). Die Busqualität hat eine Spannweite von Vorkriegsmodel bis fast neu (Klimaanlage haben wir bis noch nicht erlebt). Haltestellen gibt es viele, jeder Busfahrer hält aber auch an jeder Ecke, wenn nur jemand am Strassenrand steht und ein bisschen winkt. Wer einen Sitzplatz ergattert hat, bleibt grundsätzlich dort sitzen. Nachrutschen kennt man hier nicht. Das gleiche gilt bei Stehplätzen. Steht jemand weit vorne und es steigen noch mehr Personen ein, macht er sich dünn, weicht aber kein bisschen nach hinten.
Mit der Fahrt von Liberia nach Managua lassen wir das erste Land hinter uns. Costa Rica werden wir in guter Erinnerung behalten. Unsere Highlights waren die Familie und die Schule in San José, die Besteigung des Chirripos, die schönen Strände und die eindrückliche Tier- und Pflanzenwelt. Das wahre Paradies haben wir leider nicht gestreift. In den kommenden Ländern werden wir aber weitersuchen und davon berichten.
Entonces. Hasta luego Costa Rica. Muchas gracias por todos.

Montag, 14. April 2008

Von Puerto Jimenez nach Manuel Antonio

Rund um Puerto Jimenez befinden sich wunderschoene einsame Straende. Die Playa Preciosa liegt etwa 5km ausserhalb und ist nur ueber eine Holperpiste erreichbar. Wir mieteten uns ein Velo und waren praktisch fuer uns allein! Fuer den spaeteren Nachmittag buchten wir eine Kajaktour durch den Mangrovenwald. Wir wurden unter anderem von sintflutartigen tropischen Regenguessen begleitet. Trotzdem war es imposant durch das Gewirr von Wurzeln und Pflanzen zu paddeln, Mangroven sind ein einzigartiges Oekosystem.
Eigentlich wollten wir Puerto Jimenez als Ausgangspunkt zu einem Ausflug in den Corcovado Park nutzen. Leider waren alle Unterkuenfte im Park belegt und die Anfahrt fuer nur 1 Tag ist zu lang und zu muehsam. Uns wurde einen Alternativtour nach Matapalo in der Naehe empfohlen. Wir waren etwas enttaeuscht von der Pflanzen- und Tierwelt. Es war einfach nicht so richtig Urwald. Doch immerhin konnten wir Schwaerme von Aras, Affen, Schmetterlinge und Giftfroesche beobachten. Dazu den Punto Matapalo, einer der besten Surfspots Costa Ricas.
Von Puerto Jimenez fahren lediglich 2 Buesse pro Tag zurueck auf die Interamericana. Wir entschieden uns fuer den 5Uhr-Bus! und dachten dabei, dass in dieser Herrgottsfruhe wohl nicht viele Reisende unterwegs sind. Der Bus fuellte sich bis zum letzten Platz und an jeder Ecke wollten weitere Reisende mit Kind und Kegel einsteigen. Zu allem Elend verpassten wir Palmar Norte, wo wir umsteigen wollten. So fuhren wir eben zurueck nach San Isidro de General. Dort entschieden wir uns fuer den Bus nach Quepos und waren ganz ueberrascht so kurzfristig noch ein Ticket zu erhalten. Neben den 52 Sitzplaetzen verkauften sie auch die 35 Stehplaetze! Vollgestopft kroch der Bus mit 20km/h zurueck an die Kueste. Wenigsten konnten wir uns einen Sitzplatz ergattern. Verschwitzt, staubig und todmuede kamen wir nach 9.5 stuendiger Busfahrt in Manuel Antonio an. Unser eigentliches Tagesziel Uvita haben wir ungewollt uebersprungen.
Manuel Antonio ist dank seinem nahen und gut zugaenglichen Park und den wunderschoenen Straenden wohl der bekannteste Ort der zentralen Pazifikkueste und dadurch etwas ueberfuellt und ueberteuert.

Donnerstag, 10. April 2008

3820 Meter ueber Meer!

Zum ersten Mal auf unserer Reise mussten wir Abschied nehmen. Am Freitag von unseren Freunden in der Schule und danach am Samstag von unserer Familia Tica.
Der Bus fuhr am fruehen Morgen, die erste Etappe in einem richtig gemuetlichen, modernen Reisecar, die zweite Etappe von San Isidor nach San Gerardo in einem alten, klapprigen Ungetuem. Fuer die 10 letzten Kilometer auf ungeteerter Strasse benoetigte er ganze 45 Minuten - also mittleres Lauftempo. San Gerardo ist ein urtuemliches Dorf am Fusse des Chirippos und somit gleichzeitig Ausgangsort fuer die Besteigung des hoechsten Berges Costa Ricas. Wir brauchten noch einen Tag, um all unsere sieben Sachen zu organisieren, Trekkingpermit, Regengear, wintertaugliche Schlafsaecke, Kocher und Essen fuer 3 Tage. In aller Herrgotsfruehe, nach einen Gallo Pinto zum Zmorge fuhr uns der Herbergebesitzer in seinen 4x4 zum Ausgangspunkt. Ohne Schonfrist stieg der Weg steil an, 14.5 km und 2000 hm bis zur Crestones Base Lodge, eine riesige Anlage mit 4er Zimmer, Kochgelegenheiten, Duschen und WC. Eigentlich hatte es alles, um sich auf 3400m gemuetlich einzurichten. Einen Haken hat die Sache aber, man kann die Huette nicht heizen und so fiel die Temperatur schnell unter 10 Grad. Gemuetliche Abende sind dadurch rar und man verkriecht sich sobald es dunkel wird, in den Schlafsack. Der Aufstieg zur Huette ist der haerteste Teil, der Gipfesturm am naechsten Morgen war dann sozusagen ein Katzensprung. Nur die letzten 100 Meter sind noch einmal steil und fordern, zumal die Luft schon merklich duenner ist. Das Wetter war relativ klar und wir hatten einen gute Fernsicht ueber die Cordillera de Talamanca. Auf dem Rueckweg entschieden wir uns fuer die Alternativroute via Cerro Terbi und Los Crestones. Wir wussten aber nicht, dass der Weg noch einmal steil bergauf bis auf 3760m fuehrt! So kamen wir nicht ganz freiwilligen zu unserem zweiten Gibpfelerlebnis. Nach einer weiteren Nacht in der Base Lodge stiegen wir am fruehen morgen wieder nach San Gerardo ab. Wir waren genug frueh im Dorf, so dass wir den Nachmittagsbus zurueck in die Zivilisation erwischten. Wie gut tut eine warme Dusche und ein weiches Bett!
Da San Isidro nicht gerade eine Augenweide ist, haben wir uns entschlossen mit dem Fruehbus bis nach Puerto Jimemez auf die Peninusla de Osa ganz im Sueden zu fahren.


Y aquí una version corta en español para nuestros amogos ticos: Nuestro viaje a Chirripó era una aventura grande. Caminamos 6.5 horas hasta Crestones Base Lodges y al día proximo 2 horas al cerro. El tiempo estaba bien, al cerro hacía sol y teníamos una vista maravillosa. Las noches estaban frío, pero durmimos bien porque fuimos tan cansado. ¡Ahora tenemos dolor de músculos! Hoy hemos tenido el bus a Puerto Jimenez para disfrutar el sol, el mar y el calor.

Montag, 31. März 2008

Pura Vida Cahuita

Am Wochenende wurden auch wir das erste Mal Opfer von Taschendieben! Doch sie erwischten zum Glueck weder Geld noch andere Wertgegenstaende. Zwei Weisskopfkapuzieneraeffchen stahlen uns im Cahuita Nationalpark unser Mittagessen! Das eine lenkte uns ab, waehrend das andere blitzschnell das ganz Brot stahl, um sich damit aus dem Staub zu machen. Danach sass es triumphierend, mit dem Brot unter dem Arm auf dem Baum. Sehr zum Elend seines Kumplizen war es aber nicht bereit, die Beute zu teilen.
Das Gebiet zwischen Cahuita und Puerto Vargas steht seit laengerem unter Schutz und es laesst sich wunderbar im Schatten der riesigen Urwaldbaeume der Kueste entlangwandern. Dabei trifft man auf kurlige und fremde Tiere wie Waschbaeren, Guerteltiere, Leguane oder Affen.
Die zwei Tage an der Karibikkueste haben wir sehr genossen. Cahuita selbst ist ein Ort so richtig zum abhaengen, voll locker und mit viel Reggeaeinfluss (sogar die Hunde haben Rasta).
Neben seinem easy Life ist Cahuita auch fuer seine optimalen Surfwellen bekannt. Also haben auch wir es versucht. Das Resultat laessst sich sehen: Einen aufgeschuerften Bauch, abgeraspelte Knie, eine blaue Wade und Muskelkater am ganzen Oberkoerper. Doch immerhin sind wir ganz cool bis ans Strand gesurft (Reto hat sich extra im Vorfeld richtig trendige Surferhose gekauft!)... und traeumen bereits von der perfekten Welle!
Am spaeteren Nachmittag haben wir dann den Bus zurueck nach San Jose genommen. Dieser fuhr fast puenktlich ab, hielt dann aber nach gut einer halben Stunde vor einer Polizeisperre wieder an. Alle Reisenden musste aussteigen, sich in einer Reihe aufstellen und den Pass zeigen. Etwas willkuerlich durchsuchten sie auch das Handgepaeck, wobei nur wenige Touristen ihre Rucksaecke mit den Wertgegenstaenden aus dem Bus nahmen. Die meisten vollbepackten Tueten und Saecke waren und blieben im Bus verstaut. Die ganze Kontrolle brachte ausser einer 3/4 stuendigen Verspaetung nichts. Reto und ich trugen nicht einmal den Pass auf uns, doch ausser eine Schelte der Policia hatte dies nichts zur Folge... So kamen wir erst bei Dunkelheit an. Eine Horde Taxifahrer buhlten um die letzten Gaeste des Tages. Wir waren wieder im Chaos von San Jose angekommen!

Montag, 24. März 2008

Ostern in Costa Rica

Die schlechte Nachricht zuerst. Der Schwiegersohn unserer Hausmama ist leider gestorben. Nichts ahnend sind wir am Samstag von unseren Osterferien zurueckgekehrt. Die Stimmung im Haus war sehr bedrueckend. So ist es fuer uns momentan nicht einfach, fuer Vilma sind wir aber wohl eine Ablenkung und schlussendlich braucht die Familie das Geld.
Die Ostertage bei Trudi waren wunderbar. Ruhe, das eine oder andere Glas Wein, spazieren mit den Hunden, viele mehr oder weniger schoene Villen, langes Warten auf die Osterprozesion, Baden im Pool, Kokosnusstrinken im Jakusi, fuer einmal nicht Reis mit Bohnen zum Essen, ... so laesst es sich leben. Besonders eindruecklich war die Aussicht von der Terrasse in den Dschungel. Vielen Dank an Trudi fuer die Gastfreundschaft!
Im Nachhinein waeren wir gerne einen Tag laenger in Santa Ana geblieben. Am Sonntagmorgen stellten wir im Internet fest, dass gar kein Fussballspiel stattfindet. So mussten wir kurzfristig umstellen. Wir haben stattdessen den grossen Parque de Sabana besucht, das Naherholungsgebiet der Stadt. Die Enttaeuschung war leider gross. Zwar hat es viel Platz zum Spielen und einen kleinen See, doch lag ueberall viel Abfall herum. Und auch ein gemuetliches Restaurant suchten wir vergebens.
Inzwischen sind alle Fotos bis zum Osterwochenende auf unserer Flickr Seite. Wenn man auf unserem Blog auf der linken Seite auf die Fotos klickt, kommt man automatisch auf unsere Fotoseite. Da klickt man auf der rechten Seite auf "fotostream von brige.reto", und schon erscheinen alle Fotos. Auf der rechten Seite kann man noch einzelne Albuemer anklicken. Viel Spass.
ps: Wir freuen uns natuerlich immer noch sehr ueber jeden Eintrag!

Dienstag, 18. März 2008

Mas o menos todos bien in Costa Rica

Das erste richtige Wochenende in San Jose liegt hinter uns. Den ersten Plan (2 Tage am Strand) mussten wir leider begraben. Wegen der "semana santa" (Osterferien) fluechten fast alle Ticos (Einwohner von Costa Rica) ans Meer und so war es unmoeglich, eine billige Unterkunft an einem ruhigen und schoenen Ort zu finden. So haben wir die naehere Umgebung und San Jose erkundet.
Am Samstag sind wir, wie unter der Woche, um 6.15 aufgestanden und sind in die Stadt gefahren. Nach einem Cafe (fuer Brige) sind wir mit dem Bus in Richtung "Volcan Irazu" eingestiegen. 2 Stunden und um viele interessante Eindruecke von Land und Leute reicher sind wir auf dem 3442 hohen Vulkan angekommen. Inzwischen waren leider auch die Wolken "aufgestanden" und haben uns eine spezielle, aber nicht gerade einwandfreie Sicht auf die verschiedenen Krater ermoeglicht. 10 Minuten bevor der Bus wieder zurueck nach San Jose aufbrach, verzogen sich die Wolken. Also bin ich die ca. 500 m bis zum Krater gerannt und habe Foto vom Hauptkrater gemacht. Es waren die schwersten 500 m seit langem (auf 3442 m!).
Am Sonntag haben wir uns das alte "barrio amon" angeschaut. San Jose ist wirklich nicht so schlecht wie der Ruf. Wir haben einige schoene Plaetze und Haeuser gefunden.
Beim Fruehstueck am Montag waren wir ueberrascht, da Lionel (der Mann des Hauses) uns empfing. Er erklaerte sogleich, dass in der Nacht der Schwiegersohn einen schweren Umfall hatte und deshalb Vilma (seine Frau), im Spital sei. Bis jetzt wissen wir noch nicht genau, wie schlecht es ihm geht. Die Stimmung im Haus ist aber doch gedaempft.
Morgen Mittwoch ist der letzte Tag vor den Ostertagen. Die dauern hier von Donnerstag bis Sonntag. Wir werden wiederum nicht ans Meer fahren. Eine Bekannte von Brige hat in der Naehe ein Hotel mit Cabiñas. Wir werden da hoffentlich ruhige und erholsame Tage verbringen, bevor wir am Ostersonntag unseren ersten Fussballmatch in Centroamerica besuchen moechten. Ist doch ein Muss fuer jede Sportlehrperson!

Donnerstag, 13. März 2008

Alltag in San José

Der Alltag hat uns eingeholt. Die Schulbank zu druecken ist ganz schoen anstrengend. Am Morgen ruettelt und schuettelt uns der Bus bis fast vor die Schule, am Abend dann wieder zurueck. Der Bus zwaengt und kaempft sich durch die verstopften Strassen, hupt, stoent und roechelt dabei. Die Fahrt dauert fuer die nur 4km zwischen 30 und 40 Minuten! Mit dem Velo waere man mehr als doppelt so schnell... und lebensmuede! Unsere Schule liegt etwas abseits der grossen Hauptachse. Es ist schon fast ein bisschen eine Oase. Von der Terasse hat man einen wunderbaren Blick ueber die Wohnquartiere und die nahen und sehr gruenen Huegelzuege. Im Moment ist es sehr ruhig und familiaer. Diese Woche hat es nur gerade 7 Studenten. Da niemand im gleichen Niveau ist wie Reto, erhaelt er soagar Privatunterricht. Er hat keine Zeit, sich zurueckzulehnen. So wird er wohl in riesen Schritten lernen und kann schon bald unseren Alltag managen. Nachmittags koennen wir von verschiedenen Angeboten der Schule profitieren. Gestern haben wir uns das erste Mal in Salsa und Merengue versucht... War ganz schoen anstrengend und heute hatte ich doch tatsaechlich ein bisschen Muskelkater. Dazu haben wir uns gestern in einem Fitnesscenter eingeschrieben, so dass wir hier nicht vollstaendig aus der Form fallen. Es ist ganz spannend im 3. Stock auf dem Velo pedalend dem chaotischen Treiben auf den Strassen zuzuschauen.
San José ist wahrlich ein Durcheinander. Nicht nur auf den Strassen und in den Fussgaengerzonen, sondern auch bei den Postadressen. Wir wohnen an folgender Adresse: Curridabat, Club de Leones, 50 al sur y 50 este, casa amarilla, 2 plantas. Uebersetzt heisst das: Curridabat (ist der Name des Stadtviertels), Club de Leones (ist das naechste markante Haus in der Naehe, dient als Orientierungshilfe), 50 al sur y 50 este (50 Meter nach Sueden, dann 50 Meter nach Osten (nun waeren wir also in der Strasse, wo unser Haus liegt)), Casa Amarilla (gelbes Haus, und da es mehr als ein gelbes Haus an dieser Strasse hat..) 2 plantas (jenes mit 2 Stockwerken)... angeblich soll es funktionieren.

Sonntag, 9. März 2008

Live aus San José

Wir haben es geschafft. Nach einer spannenden Busfahrt von Limon aus (zuerst auf Meereshöhe durch Bananen- und Ananasplantagen, dann durch Regenwald und schlussendlich über einen 1500 m hohen Pass) sind wir am Busbahnhof von San José von einem freundlichen Taxifahrer auf Spanisch begrüsst worden. Er hat uns zu unserer Homestay-Family in ein Aussenquartier gefahren. Empfangen wurden wir mit einem frischgepressten Fruchtsaft (Vitaminmangel werden wir bei dieser Fülle von feinen Früchten nicht erleiden). Brige hat sich dann schon recht gut mit Vilma (unsere Hausmutter für die nächsten 4 Wochen) auf Spanisch verständigt. Ich hoffe, dass auch ich bald nicht nur zuhören und vielleicht 75% verstehen, sondern auch heftig mitdiskutieren kann.
Heute hatten wir nun Zeit um die Region um die Sprachschule und das Quartier kennen zu lernen. Wir sind hier eindeutig in einer Weltstatt. McDonald, JFK, Einkaufszentren, alle Markenartikeln wie bei uns, ... Wir hoffen doch sehr, dass wir in den Tagen nach San José etwas mehr Abenteuer erleben dürfen.
Das hier gefundene Internetcafé hat eine schnelle Leitung, so dass wir sicher bald all unsere Fotos hochladen können.

Freitag, 7. März 2008

Bienvenidos a Costa Rica

Gestern Abend hat die Horncap nach 19 Tagen und 5455 Seemeilen in Moin angelegt. Unser 153,5m langes, 23m breites und 12900 t schwere Schiff hat uns mit einer maximalen Geschwindigkeit von 20 Knoten sicher auf die andere Seite des Ozeans transportiert. Waehrend den Landgaengen schnupperten wir jeweils ein bisschen Luft einer anderen Kultur. An Bord wurden wir bestens verpflegt und versorgt durch Vadim. Wir erhielten Einblick in den Maschienenraum, in die Kommandobruecke, konnten uns kaum satt sehen beim emsigen Treiben auf der Pier beim Laden der Fracht. In Turbo werden die Bananen via kleine Schlepperboote in einer Bucht direkt auf See gebunkert. Es wird im 24h Betrieb gearbeitet.
Neben uns waren 9 weitere Passagiere mit an Bord. Ernst und Inge, Ernst ist frueher selber zur See gefahren, Inge faehrt wohl aus Liebe mit. Coni, blabbert den ganzen Tag mit und ohne Zuhoerer, dazu trinkt er immer heisses Wasser. Dietlinde ist bereits das dritte Mal auf einem Frachter unterwegs. Karen reist gemeinsam mit Dietlinde, sie haben sich auf einer frueheren Reise kennengelernt. Charles ist ein gut beleibter Herr aus Belgien, der im Notfall weder in den Immersionsuit, noch in ein Rettungsboot passen wuerde. Und David ist ein wortkarger Englaender, der frueher bei der Marine war. Das Schiff wird sich mit ihnen und mit insgesamt 3000t Bananen und 2000t Ananas morgen frueh wieder auf den Rueckweg machen. Wir hingegen sind froh, nach drei Wochen wieder fuer uns zu sein, zu tun und zu lassen wie wir gerne moechten. Morgen Mittag werden wir mit dem Bus nach San Jose reisen. Hasta luego.

Freitag, 29. Februar 2008

Gruss aus der Karibik

Die Überfahrt ab Antwerpen hat mit den beiden Zwischenstopps in Le Havre und den Azoren 11 Tage gedauert. Neptun ist uns bis jetzt gnädig gestimmt und lässt das Meer ruhen. An zwei Tagen war es etwas rauher, doch unterdessen haben wir uns auch an etwas stärkeren Seegang gewöhnt. Die Tage sind immer gleich, trotzdem kommt eigentlich nie Langeweile auf. Lesen, faulenzen, Spanisch lernen, etwas Fitness auf dem Veloergometer und einfach in die Ferne blicken. Reto misst sich jeweils nach dem Mittagessen im Tischtennis gegen die Schiffscrew. In der Zwischenzeit kann er trotz Seegang schon gut mithalten.
Es ist eine Reise in die Wärme. Unterdessen ist auch der Pool gefüllt und unsere warmen Sachen haben wir zuunterst im Rucksack verstaut. Seit zwei Tagen sind wir in der Karibik, gestern in Guadeloupe und heute in Martinique. Während unser Schiff ent- und wieder beladen wird, haben wir jeweils etwas Zeit ein Hauch Karibik einzufangen. Schon heute Mittag geht es weiter nach Cartagena. Tags darauf werden wir dann in Turbo die ersten Bananen laden und von dort ist es nur noch einen Katzensprung bis Costa Rica.

Freitag, 15. Februar 2008

Antwerpen

Die Zugsfahrt bis hierher hat sich schlussendlich doch ziemlich in die Länge gezogen und wir waren froh, als wir endlich unsere Beine wieder etwas vertreten konnten. Dabei haben wir nicht schlecht gestaunt: Hier kommen die Züge nicht nur in einem gigantischen Bauwerk sondern auch auf drei Stöcken an!
Überhaupt hat uns Antwerpen ganz positiv überrascht. Die Stadt lässt sich wirklich sehen. Wir haben es genossen, noch einmal in das Stadtleben zu tauchen, bevor es dann morgen an Bord und somit wohl auch etwas in die Langeweile geht. Die Überfahrt wird 3 Wochen dauern. Wir sind gespannt auf das Schiff, unsere Kabine, die anderen Passagiere und auf das Leben an Bord.
Noch ein kleines Malheur zum Schmunzeln: Meine neuen, extra für diese Reise gekauften Trekkingschuhe sind mir zu klein. So kämpften wir uns wohl oder übel heute durch alle Sportläden, um neue und vorallem passende Schuhe zu kaufen. Die alten(neuen) sind nun per Post unterwegs in die Heimat.
Nun quält der Hunger und wir werden uns in den tausend Imbissständen etwas Passendes suchen!

Mittwoch, 13. Februar 2008

Geschafft!...

Bereits das Räumen und Putzen unserer kleinen 3-Zimmerwohnung war ein erster Beziehungstest... Unsere sieben Sachen haben also nun tatsächlich in einem einzigen Zimmer Platz! Die Wohnung ist geputzt und die Schlüssel abgegeben (noch einmal ein herzliches Dankeschön unseren fleissigen Helfern!). Unsere Nachbarn haben wir mit schwerem Herzen verabschiedet - sind sie doch in Hamburg, wenn wir wieder zurückkommen! Auf uns warten nun noch einige tausend Dinger die gerne irgendwo in unserem Rucksack verstaut werden möchten. Morgen Mittag gibt es dann definitiv kein zurück mehr. Wir fahren mit dem Zug über Basel und Brüssel Richtung Antwerpen. Das Schiff sollte dann nach Plan am Samstag auslaufen. Nach gut 3 Wochen werden wir dann schlussendlich in Costa Rica wieder festen Boden unter den Füssen haben. Ich habe mich heute noch mit Stugeron und Ingwertabletten eingedeckt. Doch inzwischen habe ich tausend Tricks und Tipps gegen Seekrankheit erhalten... Wir freuen uns in 3 Wochen von all unseren Erlebnissen auf hoher See bei Wind und Wetter zu berichten. Bis dann: Schiff ahoi!

Sonntag, 10. Februar 2008

Abschiedsfeste sind vorbei

Heute ist Sonntag. Das Wetter ist schön wie immer in den letzten Tagen. Um in aller Ruhe eine Wohnung zu Räumen ist es ideal. Begonnen haben wir am Donnerstag mit dem Packen des Rucksacks. Die Komfortpackung mit Schlafsack, genügend Kleidern, Bücher, Reiseführer (unteranderem ein 950 g schwerer für Mexico! danke Pitsch!), ... wiegt über 15 kg. Aber wir haben ja noch Zeit bis am kommenden Donnerstag um 12.03. Am Freitag haben wir nach einem Effort am Nachmittag das Büro und den Keller geräumt. Im Büro steht inzwischen ein Festbank. Dieser hat gestern kurzzeitig die Stube vor dem Platzen gerettet. Es war ein lässiger Abend bei feinem Essen und gutem Wein. Nun geht es den kleinen Dingen an den Kragen. Es ist unglaublich, wie schnell eine Kiste mit Kleinigkeiten gefüllt ist. Und morgen? Wenn alles klappt, ist morgen abend der Kleiderschrank und das Sofa weg. Hoffen wir es!

Mittwoch, 30. Januar 2008

bald beginnen die Ferien

Heute war mein letzter richtiger Arbeitstag. Ich habe über die Mittagsstunden in der Schule die Zeugnisse für meine lieben Schülerinnen und Schüler geschrieben. Zum ersten Mal habe ich dies ohne Schreibfehler fertig gebracht. Es hat richtig Spass gemacht. Am Nachmittag war ich selber überrascht, als ich den Schülern sagen musste, dass das jetzt die letzte Turnstunde für ein halbes Jahr sei! Jetzt gilt es langsam aber sicher ernst.
Morgen kommt noch das grosse WIFE (für Nichtinsider: Winterfest). Irgend wann kam eine Lehrerin auf die Idee, wir könnten noch eine kleine Playbackshow machen. So kommt es nun, dass ich morgen als Benny Andersson (ABBA) kräftig in die Tasten hauen werde. Für diesen grossen Auftritt habe ich mich extra eine Woche lang nicht rasiert!!! Das wird sicher ein Gaudi für die Schülerinnen und Schüler. Aber dafür ist ja ein solches WIFE auch da!

Donnerstag, 24. Januar 2008

bald geht es los!

In 3 Wochen beginnt unser grosses Abenteuer "Mittelamerika 2008". Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Es gibt schon unglaublich viel zu tun, wenn man für 5 Monate verreist.
Da wir ja unsere jetztige Wohnung am Philosophenweg 34 auflösen und nach der Heimkehr ins wunderschöne Nachbarshaus einziehen werden, gilt es vor der Reise noch einige Zügelprobleme zu lösen.